Killed by the Government oder was ein Stuttgarter Bahnhof mit meiner Chemo-Therapie zu tun hat

Hier in der Uniklinik wird heute gestreikt. Für bessere Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals und gegen den unverschämten Raubbau an dessen Sozialleistungen.

Gleichzeitig werden in Stuttgart weitere 2.300 Millionen Euro auf Nimmerwiedersehn versenkt – von Gewerkschaftlern, Top-Managern und anonymen, politischen Funktionseliten, saugend an den Rockschößen der Kanzlerin. 2.300 Millionen Euro!

Hier in der Uniklinik will man den Menschen, die andere Menschen mit vollem Engagement pflegen, derweil vier Tage Urlaub nehmen. Vier Tage! Mal eben eine Woche – mehr oder weniger. Schließlich müssen wir sparen!

Via Stuttgart hat sich Bahnchef Grube das Wohlwollen der Kanzlerin, seinen Millionen-Job, seinen Millionen-Bonus für die nächsten Jahre gesichert. Millionen Euro!

Hier in der Uniklinik kämpfen die PflegerInnen, damit ihre Auszubildenden 100 Euro mehr bekommen. 100 Euro!

Denn hier ist nur die Krebsstation. Nur das wahre Leben. Keine Show, kein Glamour, keine Medien. Nichts zu gewinnen. Nur Einzelwesen, die leiden, verblühen, sterben, wenn PflegerInnen fehlen oder Ärzte oder Geld.

Hier gibt es keine Kanzlerin, die ihre Prioritäten als Alternativlosigkeit verkauft und Wahlen gewinnen will, und nicht Menschen. Keine Hand, schützend über uns.

Keine Hannelore Kraft, keine Landesmutter, die sich zuallererst um ihre Schwächsten kümmert, wie es einer zivilisierten Gesellschaft gut zu Gesichte stehen würde.

Hier sind nur Menschen. Menschen, die sich aufopfern für ihre Mitmenschen. Die oft bis an den Rand ihrer eigenen Kräfte und Gesundheit gehen, da sie ihren Job als Berufung sehen. Wer ist da wohl wertvoller für die Gesellschaft!?

Und jetzt fehlen halt wieder 2.300 Millionen Euro, nicht länger machtpolitischer ‘Vernunft’ zu folgen, sondern dem wahren Nukleus eines Staates: dem Einzelmenschen und seinen Talenten.

In diesem Sinne: Killed by the Government!