Stop Making Sense! oder Ich hab’ da mal ‘ne Frage

> Darf man so unvernünftig sein, …?

Zweiter Klasse zu (f)liegen, wenn man Erster Klasse gebucht hat?

Im Doppelzimmer der Krebsstation sein Bett um 90Grad zu drehen? Und von jedem überrascht und anerkennend darauf angesprochen zu werden?
Um damit eindrucksvoll zu demonstrieren, wie verdammt simpel überzeugende Optimierungen sein können?

Den Klinikchef, der dies goutiert, nach 7 Sekunden als weitsichtig zu erkennen? Einander eine Stunde im Dialog zu fesseln und dessen kurzfristige Fortsetzung zu planen? Ungeduldig auf diese Fortsetzung zu warten?

Den Oberarzt ins angedachte Projekt zu integrieren, der sich darüber Gedanken macht, ob Patienten, die sich aktiv und kritisch mit ihrer Therapie auseinandersetzen, im Zweifel eher und in besserer Verfassung überleben?

 

> Darf man so unvernünftig sein, …?

Sich als 1. Aussenstehender, 2. einsamer Einzelner und 3. als Krebspatient für eine Ganzheitliche Gesundung aller engagieren zu wollen?

Zu unterstellen, dass der Therapie heute ‘Körper’ und ‘Geist’ fehlen? Dass Ganzheitliche Gesundheit nicht allein aus der Therapie ieS erwachsen kann?

In den engagiertesten und reflektiertesten ÄrztInnen, Pflegern und Schwestern leidenschaftliche Mitstreiter für die gute Sache zu sehen?
Zu wissen, dass wir das nur gemeinsam schaffen können?

 

> Darf man so unvernünftig sein, …?

Aus Erfahrung zu wissen, dass ‘Beginner’s Mind’, ‘Out-of-the-Box-Thinking’ und ‘Avocatus Diaboli’-Ansatz der Routine, Betriebsblindheit und dem ewigen ‘Yes, but’ (ja, auch einer Klinikumgebung) überlegen sind?

Aus Erfahrung ebenso zu wissen, dass ein notwendiger Paradigmenwechsel nur über die De/Konstruktion des Großen Ganzen und nicht über unendlich viele, kleine Trippelschritte realisierbar ist?

Einstein damit zu zitieren, dass ‘man die aktuellen Probleme nicht mit dem Denken lösen kann, das diese Probleme erst geschaffen hat’?

 

> Darf man so unvernünftig sein, …?

In diesem Zusammenhang daran zu erinnern, dass täglich mitten unter uns Menschen sterben, während Politik und Verwaltung für hunderttausende(!) Millionen Euro Banken- und Steuerbetrugsparadiese, Bahnhöfe, Drohnen und Wirtschaftsmonopole (… letztendlich einfach nur Mist) bauen?

 

> Darf man so unvernünftig sein, …?

Darauf zu bestehen, dass der individuelle Mensch Nukleus allen unternehmerischen und politischen Denkens und Handelns sein muss, nicht der Euro, der schnöde Mammon, die nackte Zahl und Effizienz?

 

> Darf man so unvernünftig sein, …?

Zu postulieren, dass der Krebspatient auch Konsument ist, und es Sinn machen könnte, seine Kaufkraft dem Markte zu erhalten?

Zu hoffen, Markenartikler, Handel und Industrie als Sponsoren und Spender gewinnen zu können?
Also zumindest, falls sie das auf ihre Fahnen gemalte ‘CSR’ noch ernstnehmen und mit relevantem Leben füllen wollen?

Im Jahre 2013 – und in der Stadt Vodafones – ein WLAN auf der Krebsstation, et al. zu vermissen?

Zu hoffen, dass das Sponsoring einer Krebsstation einst mehr Ruhm, Ehre und Image-Punkte bringen könnte als das Sponsoring eines Fußballvereines oder Rennfahrers?

 

Darf man wirklich so unvernünftig sein? – Oder ist es gar 1. Bürgerpflicht?

 

6 thoughts on “Stop Making Sense! oder Ich hab’ da mal ‘ne Frage”

  1. Wenn es nicht so engagiert und positiv wäre, so voller Aufbruch und Aktivität – es wurde mich enttäuschen und traurig stimmen. Und ein bisschen tut es das auch. Aber es macht auch Mut, dass man sich nicht einfach mit “Gegrbenem” abfindet sondern nach Ylösungrn und Verbesserungen sucht. Bewundernswert, diese Stärke. Wir brauchen mehr davon.

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  2. love it Ralf! Also zumindest, falls sie das auf ihre Fahnen gemalte ‘CSR’ noch ernstnehmen und mit relevantem Leben füllen wollen? …..
    touches my heart. great questions.
    you also hit my heart here: Einander eine Stunde im Dialog zu fesseln und dessen kurzfristige Fortsetzung zu planen?
    after i just came out of a call about doing things quicker, we ran over time by half an hour. the paradoxes of life only need to be revisited with no brain, just iceberg, and we will re-ininvent.
    brill.
    wish you well, and thank you for sharing. lyss

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