Nö, es wird keine Revolution geben, I – oder We all live in our selves and mistake it for life!

Die Intelligenz schwatzt lieber neunmalklug und macht sich nicht die Finger schmutzig. Die Elite hat es längst getan und verdient diesen Titel also nicht mehr.

Die Medien haben sich entschieden, als Prostituierte der Macht bequemer ihr Geld sich zu verdienen als durch Revolution und Innovation. Boulevard of broken promises.

Agenturen reden der Rebellion das Wort (wie soeben der Strategische Club der Planer), verkneifen sich diese jedoch im jeweiligen Angesichte drohenden Kundenverlusts. ‘Es ist nicht Aufgabe der Agentur, eine Meinung zu haben oder Politik zu machen’, sagte man mir einmal. Ja, was denn sonst!??

In der Politik gibt es seit 68 oder so Jahren keine wahre Leidenschaft, nur Ware, nur Lug und Trug, Selbstbeweihräucherung und -bereicherung, Verantwortungslosigkeit, Kommerz (Euphemismus für Korruption), Sach- und Fucktionszwang.

Der Politiker wechselt in die Wirtschaft und wird statt Revolutio- lieber Millionärin.

Bildung, die letzte Chance des Paradigmenwechsels, ist längst so hohl wie der Kopf ihrer Lehrerschaft. Eltern atmen heiße Luft. Die Jugend versteckt sich hinter fetten Bäuchen, Chipstüten, No-Name-Cola, der eigenen Dummheit vor der drohenden Zukunft.

Wir sind die Generation der Lebens-Analphabeten. Unsere Kinder noch zu bequem, sich darüber zu beschweren, dass über ihrer schulischen Notdurft die Deckenfarbe blättert. Lethargische Gestalten, die weder uns, noch sich werden retten können, geschweige diese Erde. Warum sollten sie auch? Die Krücken kassieren ja Stütze.

Wir verklagen die Lehrer, statt unserer Brut mal gehörig in den virtuellen Hintern zu treten. Könnte uns ja selbst erwischen. Soviel Selbstkritik geht uns ab wie sonst nur einer beim Frauentausch (Promi-Special).

Haben keinen Respekt mehr vor unserer eignen Elterngeneration, beschimpfen sie allüberall ob ihres Alters, ihrer Armut, ihres Alzheimers. Statt von ihnen Anstand, Respekt und Selbstverantwortung gelernt zu haben. Wir sind zu den Typen geworden, vor denen sie uns immer warnten.

Das nennen wir Rebellion. Schreiben können wir es nicht.
Immer hart am Schwächsten entlang. Da sind wir beerenstark.

Frauen polemisieren gegen Weiblichkeit und ihren Erfolg. Zu bequem, über sich hinauszuwachsen, inspirierend voranzugehen. Wohlverzogen von ihren dämlichen Müttern.

 

Ach, aus der Perspektive unserer Couch ist alles so wundervoll alternativlos. Wir kennen die Lösung, verraten sie nicht. Das schreiben wir prompt, so wir es je lernten, in unsere Blogs, ins Facebook oder Google. Drehen gar ein Video, das uns wieder nicht zu Britney Spears macht.

Sind gutgläubige Internetjünger und warten auf Erlösung. Allein, sie wird nicht kommen. Sitzen über-lustig am größten Stammtisch der Welt, aktualisieren unsere Designs, schauen in diesen online Spiegel, den wir ach so hassen, und verschwenden wertvolle Zeit mit der Kommentierung aktueller Skandale. Fühlen uns kurz (und) gut, stürmisch im Wasserglas, bedeutend und von uns selbst berauscht.

Stehen dann morgen wieder unverrichteter Dinge auf, schütteln den Kater ab, sharen seine Frau mit flottem Spruch, lachen über die Dummheit unseres Hamsters im Rade.
Dabei trainiert der doch wenigstens für bessere Zeiten, wir kämen damit gar nicht mehr zurecht: Freiheit (die heißt heute Kompromiss), Sex (heißt heute Pornographie), und Revolution (heißt heute Reform).

 

2 thoughts on “Nö, es wird keine Revolution geben, I – oder We all live in our selves and mistake it for life!”

  1. Es ist vielleicht manchmal die Erkenntnis, dass vieles an einem selber vorbei passiert, was im Rauschen so viel lauter erklingt, dass es all die tatsächlichen ehrlichen bewegten Aktionen überdeckt? Ganz so pessimistisch würde ich das nicht sehen – nein will ich es nicht sehen. Und das liegt nicht nur daran, dass ich ja auch die ‘ältere’ generation bin. jede Generation sieht ihre nächste als “Nichtsnutze” ‘Untätige’ ‘in-Vorzeiten-zurückfallende, die-wir-schon-längst-als-hinter-uns-gelassen-angesehen-haben’ an. versteht sie nicht oder will nicht verstehen. Doch sehe ich auch die übernächste, die doch anders ist, die auf die Straße geht, die den Mund aufmacht und für die Sex und Leben und die Welt nicht nur Konsum bedeuten. Darauf aufmerksam zu machen, dass andere lauter tönen und es – wenn wir nicht achtgeben – übertönen. und auch, wenn es anders ist, es ist ihre Vision. Geben wir ihnen doch mit, was wirt für richtig halten und gestehen ihnen zu, eine andere Sicht zu haben. Falls ich Dich jetzt missverstanden haben sollte, es ist nicht gegen Dich. Aber gegen das Schlechtreden.

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  2. Das, was ich da draussen sehe, das reicht mir.
    Da ist nichts schlechtzureden. Das Schlechte drängt sich einem auf.
    Egal, welchen Alters.
    Wenn es nicht so wäre, wäre es besser da draussen. Logisch, oder?

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