Filmische Weihnachten Euch allen! oder Die ultimative Lobhudelei

Obwohl mir Sartres Wendekreis des Krebses eines der liebsten antialkoholischen Bücher ist, möchte ich von seinem Frühwerk Puh, der Bär eine Mär Euch berichten.

Ach nee, ich wollte etwas ganz anderes sagen, sorry:

Die meisten dachten, dieses Jahr sei für mich The Deer Hunter / Die durch die Hölle gehen mit diesem Klotz am Bein, dabei hatten sie selbst nur einen Kloß im Halse, verständlicherweise. Bei mir war das alles ein bißchen ganz anders:

Klar, am Anfang des Jahres kam ich mir ein wenig vor wie Charlie und die Schokoladenfabrik, und aus dem Staunen nicht mehr raus. Alles war so schön bunt hier.

Schnell jedoch fühlte ich mich wie in Einer flog übers Kuckucksnest. Schwester Ratched schwebte über uns allen, eindrucksvoll verkörpert von Verwaltung und dahinterstehender Politik (ja, in der möglichen doppelten Bedeutung).

Aber wir, Ärzte, Pfleger, Patienten hielten im Sinne der guten Tat und des menschenwürdigen Überlebens zusammen. In den positiv emotionalen Momenten fühlten wir uns wie in der Schwartzwaldklinik oder dem Traumschiff. Kurzzeitig liefen wir auch mal hier und da über The Killing Fields, aber, hey, das gehört dazu.

Im Grunde jedoch, und woran soll man sonst denken als ans Essen, fühlten wir uns gut aufgehoben zwischen The Hunger Games und Das große Fressen. Mit einer Prise Tschernobyl in den Adern.

Kein bißchen fühlte ich mich wie Dr. Schiwago, obwohl ich meine Liebste oft vermisste wie Jurij seine Lara, sondern mehr wie in der Umlaufbahn von Solaris. (Solaris, Ihr ahnt es, natürlich ohne Nespresso Clooney, eher in der Fassung Andrei Arsenjewitsch Tarkowskis.)

Und, meine Liebste, Geheimnis eines Sommers ist unser Film – oder klarer via Originaltitel: Stand by me.

Und Ihr da draussen natürlich, an den Empfangsgeräten, Ihr süßen 101 Dalmatiner, die Ihr nicht müde wurdet, mir literarisch zu folgen und mir virtuell Nase und Gesicht abzuschlecken, mich zu herzen und in meiner spröden Haut mich wohler fühlen zu lassen …

Ohne Euch alle wäre ich um manche frohe Botschaft und manches Lächeln ärmer. Manche meiner Stunden wäre weitaus länger und arg viel karger und dunkler gewesen ohne Euch.

Danke, dass Ihr da wart, Euch die Zeit vom Stresse abgespart habt. Mir Freundinnen und Freunde wart, wenn man sie am dringendsten vermisst.

In diesem Sinne!

Euch allen Frohes Fest, Guten Rutsch, Schönes Leben!
Euer ralf

PS: Bitte vergesst nicht: Ein Leben zu retten ist das grösste (Weihnachts-)Geschenk. Danke!