Spannende Gespräche werfen vielversprechende Schatten voraus

In den letzten zwei Monaten hatte ich viele sehr konstruktive Begegnungen und Gespräche rund um meine krebsuzette-Initiative.

Es war also nur an dieser Blog- oder Facebook-Oberfläche ruhig. In der Tiefe war ich einigermaßen umtriebig, soweit meine langsame Auferstehung dies ermöglicht.

Die Uniklinik Düsseldorf ist kein Krankenhaus, sondern eine kleine Stadt, die sich der Gesundheit, der Schmerzlinderung und den Menschen widmet.

Und eine kleine Stadt muss anders gemanaged werden als das kleine Krankenhaus am Rande der Stadt. Das beginnt ganz eindeutig damit, dass nicht immer der Profit im Mittelpunkt stehen kann. Nukleus muss der einzelne Mensch sein. Auch wenn Politik und Verwaltung dies immer noch nicht wahrhaben wollen.

Die private Krankenhausklitsche um die Ecke geht den Weg des geringsten Widerstandes, ie. den Weg des höchsten Profits. Sie agiert höchst egoistisch und wehe, Du bist wirklich krank. Aber das ist ein anderes Thema.

In meiner Uniklinik habe ich mich inzwischen mit Engagierten aus der Unternehmensentwicklung und der Bauunterhaltung, der Küche und Verpflegung, der Palliativstation und Kinderkrebsklinik getroffen.

Ich habe EhrenamtlerInnen wie die Grünen Damen und natürlich die Leukämie Lymphom Liga kennen- und schätzen gelernt.

Nicht zu vergessen all die engagierten und liebenswerten Ärzt- und PflegerInnen, die in vorderster Front mein Leben bis heute retteten.

All diese Gespräche haben mir gezeigt, wie sehr Politik und Verwaltung irren mit ihren abstrusen Ideen zum Euphemismus Gesundheitssystem.

All diese Gespräche haben mir gezeigt, dass wir alle viel besser verstehen lernen müssen, wie überlebenswichtig Unikliniken und ihre tagesgeschäftlichen Bewohner für uns Menschen sind. Sie halten uns am Leben, sie heilen uns und geben uns die Kraft zurück, die Politik und die Produkte und den Wahnsinn dort draussen auszuhalten.

All diese Gespräche haben mir gezeigt, dass ich in Zukunft hier von diesen Menschen und ihrem wichtigen Tun berichten muss. Damit wir alle wertschätzen lernen, was in den Unikliniken dieser Welt geschieht.

Noch sind die jungen Menschen motiviert, noch ist der Professor, der die Klinik betrügt, die Ausnahme, noch halten die Engagiertesten den Betrieb aufrecht, auch gegen all jene, die passiv intern und aktiv extern am Fundament einer maximalen Gesundheitsversorgung für alle kratzen.

Viel mehr Fehler aber dürfen sich Politik und Verwaltung nicht erlauben. Bei unserem Leben.

Nachtrag: Inzwischen habe ich mir auch bei den Vorständen der Uniklinik, also Pflege- und Kaufmännischer Direktor, Termine besorgt. Spannend. Besonders beeindruckt hat mich die Offenheit und Vision des Kaufmännischen Direktors. Vielleicht weil meine ähnlich klingt.

Interessant, wie weit eine Organisation wie eine Uniklinik doch noch von den positiven Strukturen, Kompetenzen, Mitteln und Wegen eines professionellen Markenherstellers entfernt ist. Und wie wichtig es wäre, hier Kompetenz zu erwerben, ohne in die Fallen der großen Unternehmensberatungen zu tappen (aber wie sollte man diese erkennen?).