Liebe Kinder, wie das Land, so das Netz – An Xmas Tale without a Happy Ending?

Liebe Kinder,
bestimmt habt Ihr bemerkt, daß sich Eure Mutter und Euer Vater verändert haben. Sie sind für Euch irgendwie total langweilig geworden, wollen nicht mehr spielen, nicht mehr in Pfützen springen, keine Regenwürmer mehr zerteilen, um zu gucken, ob dann beide Teile weiterleben …

Das Ende der Kindheit als das Ende des Wachstums?
Eure Mutter und Euer Vater haben längst ihre kindliche Neugier abgelegt, die Euch noch so sehr antreibt, die Euch täglich neue Sachen entdecken und ausprobieren läßt, die Euch wachsen und gaaaanz schlau werden läßt.

Eure Mutter und Euer Vater wachsen nicht mehr. Deshalb sind sie ganz traurig und wollen auch nicht, daß Ihr noch wachst. Das ist egoistisch, aber so sind Eltern nunmal. (Schließlich haben sie Euch auch nur bekommen, damit Ihr sie bedingungslos liebt – weil das sonst keiner tut (nochnichteinmal sie selbst sich gegenseitig) – aber nicht weitersagen.)

Liebe Kinder, Eure Mutter und Euer Vater haben Angst vor Euren Fragen, deshalb wollen sie sich davor schützen und verstecken alles vor Euch, was Eure Entwicklung beschleunigen könnte.

Aber Ihr habt es in der Hand, Ihr könnt Euren Eltern helfen und Euch selbst. Ihr müßt nur auf die ersten Anzeichen achten, ob Eure Mutter und Euer Vater Euch noch lieben:
Wenn Eure Mutter und Euer Vater möchten, daß Ihr nicht mehr nach Hause findet, dann verpixeln sie Euer Haus.
Wenn Eure Mutter und Euer Vater möchten, daß es Euch später mal schlechter geht als ihnen selbst, dann installieren sie Jugendschutzfilter auf Eurem Rechner.

Eure Mutter und Euer Vater haben mehr Angst vor der Zukunft, dem Wandel und dem Fortschritt als Ihr, denn sie selbst haben längst aufgehört, sich damit auseinanderzusetzen und sich weiterzuentwickeln. Sie kommen bald in den Himmel und wollen sich ihre letzten Tage hier auf Erden nicht durch lebenslanges Infragestellen und Lernen vermiesen lassen.

So ist das mit Eltern, sie werden alt, ängstlich, ziehen sich zurück in ihre kleine Welt am Kamin, und lieben und verstehen nichts mehr, am wenigsten sich selbst und ihr aktuelles Leben.

Da müßt Ihr ganz doll drauf achten, daß Ihr nicht genauso werdet! Ihr müßt einfach immer jung im Geiste bleiben!

Die Gefahr mentaler Allergien
Liebe Kinder, Ihr habt doch in der Schule gelernt, wie man Allergien vermeidet, und wie man erst recht welche bekommt: nur wenn man ein bißchen mehr als andere im Dreck, im Regen und in den Pfützen rumtollt, wenn man viel draussen ist, bei Wind und Wetter, wenn man viel Neues sieht und ausprobiert, wenn man mit der Natur kämpft, dann bleibt man gesund – und wenn man sich vor der Natur (des Menschen) verschließt und versteckt, dann wird man krank.

Und mit dem Gehirn ist das genauso: nur wenn Ihr Euer Gehirn ständig testet, Euren Horizont erweitert, also wie weit und wie hoch und wie tief Ihr gucken könnt, dann wächst Euer Gehirn bis an Euer Lebensende.

Und selbst dieses Lebensende kommt gaaaanz viel später, wenn man neugierig und wißbegierig und offenen Herzens durch die Welt geht. Wenn man sich freut, jeden Tag etwas Neues zu lernen – oder gar jeden Tag jemand anderem etwas Neues beibringt. Dann lacht das Herz und das Gehirn!

Das Netz wird zum Gehirn, das Gehirn wird zum Netz
Vor diesem Gehirn haben Eure Mutter und Euer Vater am meisten Angst, denn das Gehirn kann alles – wenn man es nur läßt.

Früher dachten die Erwachsenen, das Gehirn sei eine Wand in einer Höhle, die nichts mehr vergißt, was man einmal auf sie geschrieben hat.

Dann dachten sie, das Gehirn sei ein Buch, das von einem Mönch in Eurem Kopf geschrieben wird, und so lange man dem Mönch nur genügend zu sehen, zu hören und zu essen gibt, alles durch Euren Kopf, solange schreibt der Mönch auch das Buch Gehirn weiter.

Dann dachten Eure Eltern, das Gehirn sei ein Computer und Gott hätte die Software dafür programmiert. Ein Computer, aber Ihr wißt ja, Eure Eltern denken manchmal seltsame Sachen.

Heute denken sie, das Netz wird zu Eurem Gehirn und macht Euch krank im Kopf. Dabei passiert zum ersten Male das Gegenteil. Das Netz macht nicht krank, aber es macht auch nicht gesund, wenn man schon vorher krank war.

Tatsächlich ist das Netz viel größer als Ihr selbst, es kann mehr behalten als alle Sterne, die Ihr da draussen sehen könnt, und bestimmt kann es sich alle Namen von allen Menschen auf der Welt merken. Und das Netz hilft Euch lebenslang zu lernen und alles wissen zu können, was Ihr Euch vorstellen könnt. Und mit jedem Menschen auf der ganzen Welt sprechen zu können, mit dem Ihr Euer Wissen und Eure Erfahrungen teilt.


Via thisisnthappiness.

 

Eure Mutter und Euer Vater denken, das Netz-Gehirn sei ein Monster, das Euch verrückt macht, und dem Ihr nicht alleine begegnen dürft. Das denken sie aber nur, weil sie sich nicht mehr an ihre eigene Zeit erinnern wollen als sie so alt waren wir Ihr jetzt. Früher, als Eure Eltern selbst so jung waren wie Ihr heute, da fanden sie Neugier und so auch noch ganz toll. Heute haben sie Angst davor.

Ihre Neugier hat sie zu dem gemacht, was sie heute sind. Und davor schrecken sie heute zurück. Heute erinnern sie garnicht mehr, wie toll sie waren als sie jung waren, als sie noch Bäume ausreissen und die ganze Welt umarmen und verbessern wollten. Das ist seltsam, oder?

– Repost vom 01.Dez 2010 –

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